Die Anzahl der Werte in einem Korb beeinflusst, wie stark ein einzelner Name durchschlägt. Anfangs bringt jeder zusätzliche Wert spürbar mehr Ausgleich — doch dieser Zusatznutzen nimmt mit jedem weiteren Schritt ab.
Ziel dieser Lektion
Nach dieser Lektion sollten Sie einschätzen können, welche Rolle die Anzahl der Werte für die Streuung spielt — und wo ihre Grenzen liegen. Sie sollten verstehen, dass mehr Namen anfangs helfen, der Nutzen aber nachlässt und dass es keine feste „richtige" Zahl gibt.
Das Konzept: abnehmender Zusatznutzen
Wer nur einen einzigen Wert hält, ist vollständig von dessen Verlauf abhängig. Kommt ein zweiter, sehr anderer Wert hinzu, sinkt der Einfluss des ersten deutlich. Ein dritter, vierter, fünfter Wert reduziert diesen Einfluss weiter — jeder für sich, aber Schritt für Schritt weniger stark. Fachleute sprechen von einem abnehmenden Grenznutzen: Der Zusatznutzen jedes weiteren Wertes wird kleiner.
Ab einem gewissen Punkt bringt ein weiterer Name kaum noch zusätzliche Streuung. Stattdessen wächst vor allem die Komplexität: mehr Positionen zu beobachten, mehr Zusammenhänge im Blick zu behalten. Das gilt besonders dann, wenn die hinzukommenden Werte einander stark ähneln. Zehn nahezu gleiche Werte verhalten sich im Kern wie ein einziger — die Zahl steigt, der Ausgleich kaum.
Entscheidend ist deshalb nicht die reine Menge, sondern die Qualität: wie unterschiedlich die Bestandteile auf Ereignisse reagieren. Wie viele Werte genau sinnvoll sind, lässt sich nicht allgemein festlegen — eine exakte ideale Zahl gibt es nicht. Wer eine solche „magische" Zahl verspricht, vereinfacht unzulässig.
Anschaulich gesagt beschreibt der Effekt eine flacher werdende Kurve. Am Anfang steigt sie steil: Von einem auf wenige verschiedene Werte fällt der Einfluss jedes Einzelnen deutlich. Danach flacht die Kurve ab, weil jeder weitere Beitrag kleiner ausfällt. Irgendwann verläuft sie beinahe waagerecht — weitere Namen bewegen dann fast nichts mehr am Gesamtbild. Wo genau diese Abflachung einsetzt, hängt stark davon ab, wie verschieden die bereits vorhandenen Werte sind.
Ein einfaches Beispiel
Stellen Sie sich zwei gedachte Schritte vor. Im ersten Schritt gehen Sie von einem einzigen Wert auf einige wenige, sehr verschiedene Werte über. Hier verändert sich viel: Der Einfluss des ursprünglichen Wertes sinkt spürbar, weil die neuen Bestandteile auf andere Einflüsse reagieren. Im zweiten Schritt haben Sie bereits viele Werte und fügen noch weitere hinzu — allerdings solche, die den vorhandenen sehr ähnlich sind. Hier verändert sich kaum etwas, obwohl die Anzahl weiter steigt.
Das Beispiel ist hypothetisch und beschreibt keine konkreten Wertpapiere oder Zahlen. Es zeigt lediglich das Muster: Die ersten, verschiedenartigen Ergänzungen wirken am stärksten, spätere und ähnliche Ergänzungen deutlich schwächer. Wer daraus eine feste Vorgabe ableiten möchte, sollte innehalten — denn dieselbe Anzahl kann je nach Zusammensetzung sehr breit oder sehr eng gestreut sein.
Häufige Missverständnisse
- „Doppelt so viele Werte gleich doppelt so sicher." Der Nutzen steigt nicht linear mit der Menge; jeder weitere Wert trägt tendenziell weniger bei als der vorige.
- „Es gibt die eine perfekte Zahl." Eine allgemeingültige ideale Anzahl existiert nicht. Sie hängt davon ab, wie unterschiedlich die Bestandteile sind, nicht allein von einer festen Ziffer.
- „Viele Namen bedeuten automatisch wenig Konzentration." Ähneln sich die vielen Werte stark, bleibt die Konzentration im Kern bestehen — die große Anzahl täuscht dann eine Streuung nur vor.
Prüf- und Reflexionsfragen zur Anzahl der Werte
- Warum bringt der zweite, sehr andere Wert meist mehr als der zwanzigste ähnliche?
- Woran könnten Sie erkennen, dass eine hohe Anzahl von Werten trotzdem konzentriert ist?
- Warum ist es sinnvoll, Aussagen über eine exakte „ideale" Anzahl kritisch zu hinterfragen?
Nächster Schritt
Wenn die Verschiedenartigkeit der Bestandteile wichtiger ist als ihre Zahl, stellt sich die Frage, welche Dimensionen sie unterscheiden. Eine davon ist die geografische: die nächste Lektion widmet sich Regionen und Märkten.